Prolog:
Wer schon einmal eine Chronik erstellt hat, weiß um die Schwierigkeit Information und Detailverliebtheit für jeden Leser richtig abzuwägen. Wir haben uns dazu entschieden, neben der unter stehenden überschaubaren Chronik, eine detaillierte, bebilderte und zeitlich gestufte  Chronologie  hier einzustellen. Sie soll Ihnen dann einen "gedanklichen Ausflug" in die Vergangenheit des Spielmannszuges erlauben.



Chronik des Spielmannzuges Atteln  

Im Jahre 1928 wird der Spielmannszug Atteln ins Leben gerufen. Aufgrund des Krieges muss er aber bereits 1939  seine Vereinsarbeit wieder einstellen.

Mit der Wiederbelebung des Schützenwesens im Jahre 1953, wird auf Initiative von Anton Arzt der Grundstein zu dem heutigen Spielmannszug Atteln gelegt. Unterstützt wird er durch  Heinz Ecker, der auf Grund seiner Erfahrung die musikalische Leitung übernimmt. In dankenswerter Weise stellen von nun an die Pfarrer der katholischen Kirche das Pfarrheim in Atteln als Probenraum zur Verfügung. 

Spenden und Eigenleistungen machen es möglich, dass die erforderlichen Instrumente angeschafft werden können. Man kann aber auch noch auf vorhandene Instrumente des ehemaligen Spielmannszuges aus den Vorkriegsjahren zurückgreifen werden. Mit der musikalischen Ausbildung wird sofort begonnen. Getragen durch den neuen Geist und natürlich fleißiges Proben, tritt der Spielmannszug anlässlich des Sportfestes 1953 bereits in seinem Gründungsjahr erstmals öffentlich auf.

Im gleichen Jahre wird der Spielmannszug als eine selbstständige Abteilung in den Heimatschutzverein Atteln aufgenommen. Dieser unterstützt seine Spielleute in jeder Weise. So kann mit gemeiner Hilfe des Heimatschutzvereins und der Jungen Union, für die Aktiven im Jahre 1954 eine neue, schmucke (blaue) Uniform angeschafft werden. Im Jahr 1955  erfolgt der Eintritt in die ,,Junge Union“, die sich ihrerseits für den Spielmannszug einsetzt.

1956 stellen sich einige Mitglieder in selbstloser Weise zur Verfügung, um durch regelmäßige Probenabende auch einen Spielmannszug in der Nachbargemeinde Helmern aufzubauen

In dem Jahr 1957 müssen die beiden Vorsitzenden A. Arzt und H. Ecker aus beruflichen Gründen Atteln verlassen. Als Tambourmajor fungiert ab dieser Zeit Kaspar Hammerschmidt.

Sparsamste Haushaltsführung macht es möglich, dass 1965 eine neue Uniform angeschafft werden kann; an diese wird 1972 das jetzige Wappen heftete.

In den Jahren 1968 bis 1970 führt das Ausscheiden der Ausbilder mehrerer aktiver Musiker zu Nachwuchssorgen im Spielmannszug. So tritt die Jugendarbeit immer mehr in den Vordergrund und so entscheidet man sich so ziemlich als erster Verein, Mädchen in der bisherigen "Männerdomäne" aufzunehmen. Gerade bei ihnen ist die Resonanz unerwartet gut und so sind sie heute auch nicht mehr aus dem Spielmannszug wegzudenken. Die Ausbildung des jungen Nachwuchses übernehmen Xaver Hillebrand und Bernhard Junker, die sich beide in selbstloser Weise für den Spielmannszug einsetzten und während ihres unermüdlichen Wirkens über 160 Mädchen und Jungen das Trommeln und Flötenspiel beibringen. Den ersten öffentlichen Auftritt hat die stark verjüngte Truppe 1970 anlässlich eines Musikerfestes in Etteln.

Aus gesundheitlichen Gründen übergibt Tambourmajor Kaspar Hammerschmidt 1979 nach 22 Jahren die Stabführung in die jungen Hände von Josef Eich (17 Jahre). Kaspar Hammerschmidt wird für seine Verdienste um den Verein  von der Versammlung zum Ehrentambourmajor ernannt.

In den 70er und 80er Jahren verjüngt sich der Aktivenstamm zusehends. Dieses findet auch in der Aufstockung des Ausbilderteams mit jungen Aktiven Niederschlag. Die Früchte des Erfolges werden in diesen Jahren  hör- und sichtbar. So spielt auf manchen Umzügen in dieser Zeit der Verein mit über 50 Aktiven auf. Einen großen Anteil an diesem Erfolg haben die beiden Vorsitzenden Bernhard Junker und Xaver Hillebrand, die sich auf der Versammlung 1988 auf eigenen Wunsch in die 2. Reihe zurück ziehen. Beide werden von der Versammlung zu Ehrenvorsitzende ernannt.

Mit der Umstrukturierung des Musikvereins zum Dachverein der Musikkapellen in Atteln, wird 1993 der Spielmannszug eine Unterabteilung dieses Vereins.

Aufgrund der großen Anzahl Jugendlicher im Verein, werden seit den 90er Jahren neben den musikalischen Auftritten, auch gemeinsame Freizeitveranstaltungen durchgeführt. Manchmal wird auch beides miteinander verknüpft, wie bei den regelmäßigen Probenwochenenden, die seit 1997 zum festen Bestandteil des Jahresterminkalenders gehören.

Nachdem Josef Eich nach 19 Jahren aus beruflichen Gründen 1998  den Tambourstock aus der Hand geben musste, geht Walter Müller als Tambourmajor dem Verein voran. Seinem Streben ist es auch zu verdanken, dass sich der Musikverein, und somit auch der Spielmannszug im Jahr 2000 dem Volksmusikerbund NRW angeschlossen hat.

Im Jahr 2003 blickt der Spielmannszug auf 75 Jahre zurück. Ehemalige, Gastvereine und die ganze Dorfgemeinschaft feiern mit den Aktiven am 03.10. ein großes Fest in der Altenauhalle. Aus dem großen Zuspruch an diesem Abend, lässt sich die Wertschätzung des Spielmannszuges im Ort ablesen.

In den Jahren seines Bestehens hat der Spielmannszug an vielen Veranstaltungen, neben den Umzügen des Schützenvereins Atteln zum Vogelschießen und Schützenfest teilgenommen und auch selbst Feste organisiert. Zu festen Bestandteilen im „Jahresterminkalender“ sind in den letzten Jahren der Rosenmontagszug in Fürstenberg, das Probenwochenende, die Organisation des „Tanz in den Mai“, das Maifest, Vogelschießen und Schützenfest in Henglarn, Schützenfest in Helmern und das Zisselfest in Kassel geworden. An den Kreisschützenfesten nimmt der Spielmannzug seit 1970 (mit einer Ausnahme) ununterbrochen teil. Nicht zu vergessen sind die seit einigen Jahren regelmäßig durchgeführten Freizeitveranstaltungen. Besonders hervorzuheben sind hierbei sicherlich die Fahrt zum Schlittschuhlaufen nach Willingen und die Nikolauswanderung zum Paderborner Weihnachtsmarkt. Ein kleines Fotoalbum hierzu befindet sich auf dieser Homepage. 

In den 80er Jahren pflegte der Spielmannszug eine Partnerschaft mit dem Spielmannszug in Wrexen. In den letzten Jahren ist es dem Spielmannszug gelungen, diese Freundschaft wieder aufleben zu lassen.

Der Spielmannszug ist bei Festen der örtlichen Vereine und der Kirche immer fester Bestandteil der musikalischen Umrahmung.